Old- und Youngtimertreffen auf der
Theresienwiese
Am 19. April fand im Rahmen des Münchner Frühlingsfestes das 6. Oldtimertreffen auf der Theresienwiese statt. Bei Kaiserwetter präsentierten sich mehr als 1400 Old- und Youngtimer aller Epochen und Kategorien. Außer den bekannten Klassikern wie VW Käfern in allen Varianten, VW-Bussen, Opel Commodore, GT, Manta, Ford, Alfa-Spider, Alfa-Sud, oder Goggos, Messerschmitt-Kabinenroller waren auch exklusive Sportwägen, Feuerwehrautos, Traktoren und Motorräder zu vertreten, die leider leider schon lange aus dem Stadtbild verschwunden sind. Tausende Zuschauer drängten sich auf dem Gelände um die Prachtstücke aus vergangenen Zeiten zu bewundern und sogleich in sentimentalen Erinnerungen zu schwelgen.
Jedes Auto hat eine eigene, ganz besondere Geschichte. Oft haben sich Bastler ein Schrottauto gekauft und mit viel Liebe, Zeit und Geduld ein kleines Prunkstück geschaffen. Die Freude, dann mit dem Auto die erste Spritztour zu wagen, ist ein Gefühl, das wohl nur wahre Autoliebhaber nachvollziehen können. Die obligatorische Wachsblume im antiken Käfer oder der Wackeldackel auf der Hutablage werden dann natürlich unbedingtes Muss. Wie langweilig sind dagegen doch die modernen vom Windkanal zu kontur- und charakterlosen Klumpen verkommen modernen Autos. Sie wirken im Vergleich dazu nur noch steril und wie geklont. Die Farben der 1970er und 1980er Jahre sind heute Kult, wer hat heute noch den Mut ein Auto in knallorange, grellgelb oder gar froschgrün zu bestellen? Der Anblick der vielen alten, rausgeputzten und polierten Fahrzeuge weckte bei vielen Besuchern Erinnerungen an ihr erstes eigenes Auto oder an das der Eltern. Nicht selten mischte sich eine gewisse Romantik in die Gespräche. So mancher Autoliebhaber nutzte die Gelegenheit für Fachgespräche, interessierte sich für alte Autoteile oder oder tauschte sich über die wenigen noch existierenden Spezialwerkstätten aus, die das wahre Handwerk des Reparierens noch beherrschen. Für Anhänger, Sammler, Bastler und Bewunderer alter Autos ist das jährliche Treffen auf der Festwiese geradezu ein Eldorado, das bedauerlicher Weise nicht allen Old- und Youngtimern vergönnt war.
Da die Theresienwiese innerhalb der Umweltzone liegt, konnten Fahrzeuge ohne Plakette oder H-Kennzeichnen nicht zum Treffen kommen. So wurde vielen Fahrzeugbesitzern die Teilnahme an diesem Event verwehrt. Es fehlten weitgehend die Modelle der 80er und 90er Jahre. Die Münchner Stadtverwaltung hat keine Ausnahmegenehmigungen erteilt und deren Anreise unter Strafe gestellt. Die Initiative
www.Kultur-Mobil-München.de nutzte die Gelegenheit am gut besuchten Infostand bei Kaffee und kalten Getränken viele Besucher über diese Unsinnszone zu informieren.
Die Besitzer von Old- und Youngtimern sind immun gegen Abwrackfieber und Abwrackprämie. Sie verweigern sich dem irrationalen Autokonsum, sie hegen und pflegen ihr Fahrzeug. In Anbetracht der Ressourcen, die ein neues Auto allein zur Herstellung benötigt, ist das weitaus umweltfreundlicher, als alle paar Jahre ein neues Auto zu kaufen.
Selbstverständlich haben wir die Eindrücke des Treffens fotografisch festgehalten, um auch allen, die nicht kommen konnten, zumindest einen visuellen Besuch zu ermöglichen.
Mehr Bilder im Blog von Jens:
http://jensjansen.com/blog1/2009/04/19/ ... sienwiese/
Christine Wicht