Vergaser Glas 1700 TS

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Moderator: Matthias aus Hohenlohe

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Matthias aus Hohenlohe
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Vergaser Glas 1700 TS

Beitrag von Matthias aus Hohenlohe » Sa 10.Okt.2009 22:00

Hallo
vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen. Ich fahre im 1700 TS die völlig originale Vergaseranlage. Eigentlich läuft das Fahrzeug sehr gut, Leistung ist ordentlich da, Anspring- und auch Ansprechverhalten, Gasannahme ist alles bestens.
Eins kann mich aber zum Wahnsinn treiben. Trotz hoch eingestelltem Leerlauf geht regelmäßig der Motor aus, wenn ich an eine Kreuzung komme. Kommt der Motor langsam von höherer Drehzahl runter auf Leerlauf, dann ist alles bestens. Passiert dies aber schnell, z.B. beim Bremsen bis zum Stillstand an einer roten Ampel, dann ist mit 95%iger Quote der Motor danach aus.
Hat da jemand einen guten Tip, eine Vermutung, wo ich suchen kann ?
Vielen Dank und viele Grüße
Matthias
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Motor aus ...

Beitrag von spitzerer » Mo 12.Okt.2009 10:05

Bremst Du mit getretener Kupplung ?
passiert das auch, wenn der Leerlauf drin ist ?

Das hört sich so nach "weichen" Aufhängungsgummi an Motor/Getriebe an


Gruss
Wolfgang

Matthias aus Hohenlohe
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macht keinen Unterschied

Beitrag von Matthias aus Hohenlohe » Mo 12.Okt.2009 10:52

Hallo Wolfgang
normalerweise bremse ich und trete dann kurz vor dem Stillstand die Kupplung. Es macht aber auch keinen Unterschied, wenn ich aus höherer Geschwindigkeit den Gang rausnehme und die Drehzahl fällt von ca. 3000 1/min ab, dann ist er auch aus. Gefühlsmäßig macht es etwas aus, wie schnell die Drehzahl sinkt und nicht die Verzögerung.
Was würden denn weiche Aufhängungen vergasermäßig bewirken ? Meine Motorlager sind übrigens nagelneu und die harte viereckige Version.
Viele Grüße und vielen Dank
Matthias
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Vergaser

Beitrag von spitzerer » Mo 12.Okt.2009 19:44

Dann würde ich auf "Absaufen" tippen.

entweder
stimmt die Höhe Steigrohr im Vergaser-Überlauf nicht,
oder der Rücklauf ist nicht frei,
oder Schwimmer / Schwimmerkammerventil haben Fehlfunktion oder sind falsch eingestellt
oder ein netter Mensch hat das Reduzierventil aufgebohrt.

Irgendwas davon ist es.
Man nimmt bei hoher Drehzahl schlagartig Gas weg.
die Benzin-Pumpe fördert weiter mit voller Drehzahl
und das in den Vergaser transportierte Benzin muss jetzt irgendwo hin.

Wenn alles in Ordnung ist, geht das Meiste in den Rücklauf.
(ein Teil sappert immer in den Motor bei der Konstruktion)

Andenfalls geht das Zeugs in den Motor, wäscht das Öl von der Zylinder-Wandung, verdünnt das Öl und wügt den überfetteten Motor ab.

Nicht ganz einfach, das zu zu lösen, schon gleich gar nicht "remote".
aber wenn Du so fährst, kommt die nächte Motor-Revision ganz schnell auf Dich zu.


Gruss
Wolfgang

Matthias aus Hohenlohe
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werde ich prüfen

Beitrag von Matthias aus Hohenlohe » Mi 14.Okt.2009 08:54

Hallo Wolfgang
vielen Dank für die Hinweise. ich werde dem mal nachgehen. Wo sitzt denn das besagte Reduzierventil ?
Viele Grüße
Matthias
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Reduzierventil

Beitrag von spitzerer » Do 15.Okt.2009 17:47

Tja, dieses Reduzierventil

befindet sich in dem Knoppel,
der auch das T-Stück in der Benzin-Zuleitung zu den Vergasern darstellt
und frei schwingend unter den Vergasern hängt.

Dieses Reduzierventil sollte beim 1700TS mit 1.3 gestempelt sein und ist Bestandteil der Vergaseranlage - ohne dieses Teil dürfen die Vergaser nicht betrieben werden !

Das ist MEHR als ein T-Stück oder Rückschlag-Ventil !!

Es begrenzt auch den maximalen Benzin-Zufluß zu den Vergasern auf das Maß, das der Überlauf verkraftet.

Gruss

Wolfgang

Matthias aus Hohenlohe
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begonnen mit der Suche

Beitrag von Matthias aus Hohenlohe » Fr 06.Nov.2009 23:26

Hallo Wolfgang
also, das Reduzierventil ist eingebaut und gestempelt mit 1,3. Ob es aufgebohrt ist, erschließt sich von außen natürlich nicht. Dann hat mir dankenswerterweise André aus Meppen die ganzen Unterlagen von Solex kopiert und geschickt. Die habe ich jetzt ausgiebig gelesen.
Ich würde nun gerne als nächstes die Höhe dieser Steigrohre messen. In den Solex-Anleitungen klingt das völlig banal. (Arbeiten werden am ausgebauten Vergaser gezeigt, die Arbeiten am eingebauten Vergaser lassen sich hieraus ableiten.....) Dieser dämliche Deckel sitzt aber nach unten orientiert. Geht der überhaupt raus ohne Ausbau des Vergasers ? Und wenn ich den Vergaser ausbauen muß, muß ich ihn danach neu synchronisieren ? Irgendwie erscheint mir das ganze nicht besonders wartungsfreundlich.....
Wonach würdet Du als nächstes an meiner Stelle suchen ? Oder kennst Du jemanden, der sich da richtig gut auskennt damit, bevor ich das Rad selber neu erfinden muß ? Definitiv klar ist, so kann es nicht bleiben.
Vielen Dank und viele Grüße
Matthias
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RH-Vergaser

Beitrag von spitzerer » Sa 07.Nov.2009 07:34

Tja, diese Unterlagen hättest Du auch Online gefunden ,

auf den GLAS-Club Webseiten unter "technik" - mit allen Tips, Düsen-Bestückung und und ...

und die Einbau- und einstellanleitung gibts im Werkstatt-Handbuch online unter "handbücher"

manchmal lohnt es sich, surfen zu können.

um sie Steigrohre zu prüfen, mißt Du die Vergaser ausbauen.
Da das Gestänge nur gesteckt ist, muß man nicht zwingend nachsynchronisieren.

eine neue Dichtung Vergaser-Ansaugbrücke wirst Du brauchen.
WENN Du da von unten aufmachst - die beiden FEDERN der Beschleuniger-Pumpe hüpfen gerne unauffindbar davon undwenn Du Pech hast, geht beim Ausbau die Dichtung, zugleich Bescheunigerpumpen-Membran, kaputt.
Die Ersatz-Membranen sind zu dünn, der Vergaser ist damit fast nicht dicht zu bekommen

Das "Nachrücken" geschieht mit roher Gewalt (Klemm-Passung) und dem Gummihammer.

Ich würde erst mal in der Schwimmerkammer suchen. wenn die Schwimmernadel / Schwimmer hängt oder falsch eingestellt ist, ist es da so voll, da kann nix zurückfließen.

Ich nehme mal an, die Rücklaufschläuche sind beide durchgängig, die Belüftungshütchen (1 an jedem Vergaser, 1 an der Schwimmerkammer) offen und auch sauber.

Gruß
Wolfgang

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Zwischenbericht

Beitrag von Matthias aus Hohenlohe » Do 16.Jun.2011 22:07

Hallo an alle Tipgeber
jetzt will ich mal einen Zwischenbericht abgeben, was sich in der letzten Zeit ereignet hat.
Nach viel Prüfen und Messen (und vor allem Reinigen.....) hatte sich eigentlich rausgestellt, dass vergaserseitig zwar kein perfekter Zustand existiert (ausgeschlagene Drosselklappenwellen), dass aber dies nicht mein Problem erklärt. Es trägt vielleicht dazu bei, aber so gravierend dürfte es sich nicht auswirken.
Lange Rede, kurzer Sinn, nach viel Tüfteln stellte sich heraus, dass der wirkliche Übeltäter der Kondensator des Zündverteilers war, der durchschlug.
Nachdem ich diesen getauscht hatte, war das Problem weg. Motor lief im Leerlauf und ist auch im Schiebebetrieb, bzw. an der Ampel beim Anhalten nicht mehr ausgegangen.
Die ganze Freude währte jedoch nur ca. 600 km, seit der (abgebrochenen) Heimfahrt aus Fulda, die auf dem ADAC-Trailer endete, deutet sich an, dass zusätzlich auch etwas an der Kraftstoffseite faul ist.

Symptome:
Es begann harmlos, dass das Fahrzeug bei starker Bergauffahrt ruckelte und in den Fugen erbebte. Zunächst hatte ich das für eine Laune gehalten und die Schultern gezuckt, man ist ja einiges gewöhnt. Mit zunehmender Fahrleistung fing dieses Beben und Nachlassen der Leistung schon bei immer geringeren Belastungen an, zuletzt schon bei leichtestem Teillastbetrieb. Kerzen völlig samtig pechschwarz, also viel zu fett. Komischerweise war bei Chokeziehen der Motorlauf trotzdem besser..... ???
Ich hatte die Benzinpumpe in Verdacht, also getauscht, Problem war immer noch da. Nun suche ich weiter.
Auf der Zündungsseite habe ich alles gegen neu getauscht, Spule, Verteiler, U-Kontakt, Kondensator, alle Kerzenstecker etc.
Also mache ich (siehe anderes Posting mit Schwimmerkammer etc.) weiter in der Hoffnung, dass das Problem irgendwann lokalisiert wird. Zwischen ersten Symptomen und dem Erreichen des Schlußzustandes (max 40 km/h möglich) lagen ca. 200 km.
Viele Grüße und vielen Dank allen Tipgebern
Matthias
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